Der Tipp mit der deutschen Bratwurst auf dem
Salamanca Markt liess Basti zum Marktbummler werden
Reisetipp: Lonely Planet einpacken, gemuetliches Cafe finden, Etappen lesen, Anhalten wo es beliebt.
Unser Campervan Tom Cruise hat uns brav die 1000 km um die Insel kutschiert.
Fürs Foto war ich kurz Fahrer, aber das links Schalten und Kuppeln hab ich Basti überlassen.
Wir wollten auch mal mit ins Bild passen, mussten uns aber etwas in die Landschaft drängen
Nicht schwer vorzustellen, dass 37 % der Insel aus Nationalpark bestehen und ein Viertel der Insel unter UNESCO Weltnaturerbe fällt. Viele Gegenden, v.a. der Südwesten sind unerschlossen und schwer zugänglich. Wir haben uns da eher nur auf festen Wegen, der Touristentrasse, bewegt. Vom Südosten, der ehemaligen Gefangenenstation rund um Port Arthur sind wir in den ersten 4 Tagen auf einer historischen Route nach Norden bis Launceston und weiter bis an die Nordküste nach Pinguin gefahren. Von dort ging es Mitte der Woche steil nach unten ins Landesinnere, an den Cradle Mountain und über einen Stop an der Westküste in Strahan über Queenstown und Stop am Lake St Clair zurück nach Hobart.
Wer auf Tasmanien oder Van-Diems-Land wie es ursprünglich nach der Entdeckung durch die Europäer genannt wurde nach Kolonialgeschichte sucht, wird leicht fündig. Ureinwohner wurden wie so oft Teil der Geschichte, rasch dezimiert und die Insel sollte durch Sträflinge aus England neu besiedelt werden. Zwar galt ganz Tasmanien als Gefängnis, aber Ruinen der jeweiligen ersten Siedlungen, Gefängnistrakte usw. gibt es besonders in Port Arthur zu besichtigen. 1803 bis 1853 wurden ca. 75 000 Sträflinge nach Tasmanien gebracht, unter ihnen Jungen ab 8 Jahren. Ein Teil von Port Arthur war nur für Jungen zwischen 9 und 16 Jahren Straflager. Dabei war Erziehung/Ausbildung in einem Handwerk oberstes Ziel, damit die Insel auch von fähigen neuen Bürgern besiedelt werden konnte. Manche andere verbrachten den Rest ihres Lebens in den Gefängnisanlagen, die nach 1853 quasi als erstes Altenheim umfunktioniert wurden, als der offizielle Gefängnisbetrieb eingestellt wurde.
Was bleibt sind ein paar wenige Gemäuer vor Ort, viele Strafkolonie-Ueberbleibsel-Museen und viele Gefangenen-/ Heldengeschichten.
Zugegeben, es war Querformat-Urlaub, die Panorama-Rundum-Foto-Variante hatten wir nicht zur Verfügung. Aber dazu fahrt ihr am Besten eh selbst hin. Was nämlich schwer einzufangen ist, sind der Duft von Lemon-scented Eukalyptusbäumen, das ständige Surren der Grillen und Bienen (gibt tollen Tassie Honig!), die Intensität der Sonne auf der Haut, der schier-dich-einsaugende tiefe blaue Himmel, die grüne Saftigkeit mancher Wälder und trockene Luft über den Weizenfeldern
Auf Strassen, die deutschen Landstrassen ähneln, aber auf Tasmanien den Highway darstellen, schlängelten wir uns näher und näher an den imposanten Cradle Mountain Lake St Clair Nationalpark heran. Sumpfig bemooste Moore, Schluchten, flache Grasfelder, das alles konnten wir auf unserer kurzen Stippvisite sehen und noch mehr erahnen. Auf dem 6-8 Tage langen Overland-Wanderweg durch den 1612 km2 grossen Nationalpark könnte man davon noch wesentlich mehr sehen. Allerdings hat man sich dann auch auf krasse Wetterschwankungen (Schnee kann zu jeder Jahreszeit fallen), komplette Eigenverpflegung und Campieren in der Wildnis mit allem Drum-und-Dran einzustellen, Schlangenkontakt inklusive. No thanks, vielleicht ein andermal...
Dove Lake mit Cradle Mountain im Hintergrund
Selbst die kurzen Wanderungen waren pure Farb- und Lichttherapie
Der Wombat Pool von oben, Mittagspause auf einem der leichter zu erreichenden Aussichtspunkte. Spektacolour, oder ?
Der stachelige Kollege hier ist ein Ameisengourmet, ganz professionell und gelassen hat er sich nicht stören lassen.
Mister Wombat war ebenso gelassen unterwegs. Ganz schön dicke Dinger :-) Andere Tiere wurden leider zu leicht Opfer von Autos, v.a. Tasmanische Teufel, Quolls, Wallabies
Neue Technik wurde ausprobiert, damit wir noch mehr Wasser im Bild einfangen können.
Lake St Clair ist das südliche Ende des Nationalparks, Ankunftsstation der 8-Tage-Wanderer
Nach dieser Menge Natur ging es am Freitag zurück Richtung Zivilisation, die Lebensform, bei der man mit vielen anderen Lebewesen über Märkte und durch Galerien bummelt und das Leben durch den Magen geniesst.
Noch einmal Salamanca Markt in Hobart, weils so schoen/lecker war.
Aussicht vom Mount Wellington, der hinter der Stadt thront.
Was bleibt ist der Wunsch noch mal hinzufahren.
Und eine umso größere Vorfreude auf unseren längeren Campingurlaub mit Freunden im August, der Countdown läuft und hält uns hoffentlich schön motiviert und auf Trab.
Liebe Grüße von
Ane und Basti




























































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