
Lange haben wir euch warten lassen mit unserer Urlaubsberichterstattung. Die ganze Fülle an Fotos (999) und Eindrücken (etwa genauso viele) ist hier natürlich nicht unterzubringen. Aber es muss gezeigt werden, was 2200 km Autourlaub in 2 Wochen so alles mit sich bringen.

Big Apple Melbourne hat alles, was man von einer Großstadt erwartet: Stadtleben, CBD (Hochhäuser), Parkanlagen, Cafés und Bistros ohne Ende, Szeneviertel und viele Märkte, sowie unzählige Designerläden, Künstlerecken, Galerien, tolle Museen, aber auch üppige und zahlreiche Sportanlagen, Stadien und selbst Fahrradwege durch die Stadt - in Sydney undenkbar. Die alten Straßenbahnen verleihen dem ganzen europäisches Flair und dem Wetter nach lebt es sich in Melbourne im Sommer wärmer und im Winter kälter als bei uns. Die kleine Konkurrenz zwischen Melbourne und Sydney wird natürlich in jeder Richtung breit getreten (man denke an die Haßliebe zwischen Köln und Düsseldorf) und so behaupten die Melbournesen, dass man in ihrer Stadt viel bessere Wohnqualität und mehr Ambiente hätte, weil sie nicht wie Sydney von Gefangenen, sondern von Architekten und Künstlern geschaffen wurde. Wie dem auch sei, wir können zustimmen, dass es leicht ist, sich in Melbourne wohl zu fühlen. Aber Sydney hat auch Flair - man muss vielleicht mehr danach suchen :-)
Genug der Stadtromantik, hinaus in die Natur! Das haben wir uns gesagt und einen Auflug in den Dandenong-Nationalpark gemacht. Die Fotos aus dem "Ferntree Gully", dem Farn-Loch, sprechen für sich...

Von Melbourne ging es dann gen Süden zur Great Ocean Road (GOR), die ein 273 km langes Teilstück der Küstenstrecke zwischen Melbourne und Adelaide bildet. Sie ist malerisch von vielen weiteren Nationalparks, Wäldern und natürlich Stränden und Buchten gesäumt und wurde als Denkmal zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten von 3000 zurückgekehrten australischen Soldaten in 13 Jahren zwischen 1919 und 1932 gebaut.







Bekannt ist die GOR v.a. durch die "12 Apostel", von denen nur noch 8 zu sehen sind, und viele andere beeindruckende Felsformationen. Die Bilder fangen nicht nur tolle Felsen, sondern auch die letzten Sonnenstrahlen der warmen Tage ein. ...



Danach hats uns eine Woche lang ziemlich "kalt erwischt". Für unseren Campingurlaub eine echte Herausforderung, v.a. weil wir die richtigen Schlafsäcke zu hause gelassen und nur eine Fleecedecke und dünne Laken mitgenommen hatten (nach dem Motto: "es ist ja Hochsommer"). Nunja, wir habens ohne Verkühlung überstanden, auch wenn wir des öfteren morgens eine heiße Dusche zum Auftauen brauchten.
Die Fahrt ging von Warnambool dann nach Norden über Hamilton nach Halls Gap in den Grampians Nationalpark. Vorher noch weites Farmland, viele Schafe, aber weit und breit kein Auto außer unserem. Dazu Regen, Nebel und jede Menge grüner Wald mit Känguruhs, Schlangen und anderem Getier. Fast wie Fabelwesen an einem geheimen Ort... Obwohl die Grampians zu 50 % vor 2 Jahren bei einem Buschfeuer abbrannten, hat sich die Natur nun soweit erholt, dass es nur so sprießt. Grüne, frische Blätter und kleine Pflanzen wachsen aus verkohlten Baumstämmen heraus - ein irgendwie surreales Bild. Feuer bedeutet aber hier in Australien (wie damals auch in Südafrika), dass "aufgeräumt" oder "ausgemistet" wird und somit Platz für neue Pflanzen entsteht. Viele Arten wachsen überhaupt nur nach einem Feuer oder bekommen die Chance sich zu entwickeln. Die Aborigines nennen es "to clean the earth".
Die Fahrt ging von Warnambool dann nach Norden über Hamilton nach Halls Gap in den Grampians Nationalpark. Vorher noch weites Farmland, viele Schafe, aber weit und breit kein Auto außer unserem. Dazu Regen, Nebel und jede Menge grüner Wald mit Känguruhs, Schlangen und anderem Getier. Fast wie Fabelwesen an einem geheimen Ort... Obwohl die Grampians zu 50 % vor 2 Jahren bei einem Buschfeuer abbrannten, hat sich die Natur nun soweit erholt, dass es nur so sprießt. Grüne, frische Blätter und kleine Pflanzen wachsen aus verkohlten Baumstämmen heraus - ein irgendwie surreales Bild. Feuer bedeutet aber hier in Australien (wie damals auch in Südafrika), dass "aufgeräumt" oder "ausgemistet" wird und somit Platz für neue Pflanzen entsteht. Viele Arten wachsen überhaupt nur nach einem Feuer oder bekommen die Chance sich zu entwickeln. Die Aborigines nennen es "to clean the earth".


Den Zeltplatz in Halls Gap haben wir uns mit einer großen Herde Känguruhs und vielen Papageien geteilt. Zum Wandern war es leider zu nass, sodass wir nach nur einem Tag wieder zurück Richtung Küste gefahren sind. Die angeblich so schönen Aussichtspunkte und Wanderungen werden wir ein andermal genießen.

Der Vulkansee Blue Lake in Mount Gambier war unser nächster Stop und bot eine schöne Jogging-Runde um den blauen Krater. Sport darf auch im Urlaub sein :-) Man weiß immer noch nicht ganz genau, warum der See im Sommer, aber nicht im Winter, eine so intensive blaue Farbe hat. Schön anzusehen ist es jedenfalls. Auf dem Weg nach Adelaide hatten wir bald noch Gelegenheit eine kleine Tropfsteinhöhle von innen zu studieren. Wir haben fast eine Stunden allein dort drin verbracht, der Tourismus ruht um diese Jahreszeit eher.

Unsere Idee, einen Tag auf Känguruh Island zu verbringen, haben wir nach der langen Anreise mit viel Wald, Tieren, Küste und großen Teilen Niemandsland verworfen. Auch u.a. weil es sehr teuer ist überhaupt überzusetzen. So gibts nur dieses Foto von der Fähre und Känguruh Island im Hintergrund, sowie einige Bilder der Fleurie-Peninsula, der Halbinsel südlich von Adelaide von wo aus die Fähre ablegt.


Richtig "toasty", also sommerlich warm, wurde es erst wieder nördlich von Adelaide im Barrossa Valley, dem bekanntesten Weinanbaugebiet Australiens. Dass die Gegend eine sehr deutsche Vorgeschichte hat war nicht zu übersehen. Und es ist uns immer noch ein Rätsel wie man das doch eigentlich ausgedörrte Land rund um Adelaide so fruchtbar machen kann, dass die leckersten Reben und Früchte dort wachsen.



Den Abschluss der Reise bildete Sightseeing in und um Adelaide bei wunderbarem Reise- und Campingwetter. Der historische Hafenstadtteil Port Adelaide war definitiv den Tagesausflug wert. Mit etwas Glück kann man in den Buchten des Hafens Delfine schwimmen sehen, vor uns haben sie sich lieber versteckt. Der Rest der Stadt oder des Städtchens ist ebenfalls sehr gepflegt, überschaubar und erkundenswert. Ein toller Ort zum Ausspannen vor oder nach einer Reise!!


Adelaide und Melbourne bekommen überhaupt von uns großes Lob, weil sie schaffen, wovon wir in Sydney nur träumen können: es gibt ein funktionierendes, pünktliches Nahverkehrsnetz mit sogar freien Bussen und Bahnen für Touristen. Dazu kommt, dass Adelaide in der Stadt Sonnenlicht nutzt, um seine Straßenlampen über Solar zu betreiben. Und Südaustralien ist der einzige Staat im Land, der ein Pfandsystem für Plastikflaschen nutzt. Sehr fortschrittlich für australische Verhältnisse. Selbst Regenwasser wird aufgefangen und zur Bewässerung genutzt...verzeiht den sarkastischen Unterton ;-)

Wir hatten eine tolle Zeit, auf einmal können 2 Wochen richtig lang sein. Aber eben auch viel zu kurz in Anbetracht der vielen Ecken, die wir auslassen mussten auf unserer Reise. Vielleicht wirds mal eine zweite Reise, dann inklusive Känguruh Island, geben.

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