Mal wieder ein Lebenszeichen von der frisch gebackenen Studentin Ane. Eure vielen, lieben Nachfragen zu meinem Studienstart können vielleicht in Teilen mit den nächsten Zeilen beantwortet werden. Seit 4 Wochen also besuche ich nun die University of Western Sydney (UWS), besser: das Art Therapy Cottage (auch ironisch "psycottage" genannt, was soviel heißt wie: "Psychohütte"). Ok, es klingt etwas abschreckend. Ist es gar nicht mal. Was sich darin abspielt aber dürfte für viele Studenten auf dem Campus einfach "schräges Zeug" sein. Ganz in der Nähe sind die Mathematik- und Ingenieur-Studenten - die Rationalen!
Wir diskutieren derweile in unserer kleinen, schrägen Holzhütte am Ende des Campusgeländes zwischen Kühen und Weiden über die Wirkung von Kunst, kulturelle und historische Einflüsse auf die Entwicklung der Kunst-Psychotherapie, den Beitrag der Aboriginees hier in Australien zu diesem Thema, die Vielfalt der Expressiven Therapien (Drama, Kunst, Musik, Poesie, Tanz, Bewegung, Spiel) oder die Schwierigkeiten von interdisziplinären Teams in medizinischen, pädagogischen, gemeinnützigen oder künstlerischen Arbeitsfeldern. Das Arbeitspensum, das wir zu leisten haben ist riesig!! So viel hatte ich nicht erwartet. Und das liegt nicht nur daran, dass ich natürlich stellenweise immer noch mit der englischen Sprache hadere (v.a. wenns um therapeutische Fachausdrücke geht), sondern daran, dass die drei Kurse, die ich dieses Semester belege, extrem weitläufige Themengebiete abhandeln. Ich bin so froh, dass ich durch mein Studium in Köln vieles davon schon gehört und kennengelernt habe. Dadurch finde ich meistens inhaltlich schnell Anschluss an mein Wissen. Die meisten anderen aber haben weniger Hintergrund, dafür sehr viel mehr Berufserfahrung als ich und können entsprechend reichhaltig aus der Praxis berichten. So gibt es immer lebhafte Diskussionen auf dem Campus und ellenlange Lesequellen für zu hause. Daneben gilt es 11 Leistungsnachweise vorzubereiten: das sind Hausarbeiten, Gruppenarbeiten, kreative Präsentationen, künstlerisches Tagebuch, Paper und Proposals.
Der Sprung ins kalte Wasser fand also direkt in der ersten Woche statt und seither schwimme ich mich warm. Zum Glück, ich kann es nur immer wieder dankbar betonen, kenne ich mich in diesem "Gewässer" schon ein bischen aus. Und obwohl ich mich anfangs etwas überfordert gefühlt habe, der Sog ist da. Jeder muss nun in kurzer Zeit (das Semester hat halt nur 14 Wochen) da durch und Fristen sind hier unbedingt einzuhalten. Ebenso Wortbeschränkungen für schriftliche Arbeiten - was mir völlig neu ist.
ABER ES MACHT SPAAASSSS!! Und das Tollste: es ist super angewandt/praxisnah. Meine Erwartungen, was das betrifft, sind jetzt schon erfüllt. In Köln hat mir der Bezug immer etwas gefehlt...und wie will man später Auge-in-Auge mit Menschen arbeiten,wenn man gewisse, v.a. problematische Situationen, nicht vorher durchgespielt und mit anderen bearbeitet hat?! Der große Vorteil dieses Kurses ist, dass wir Frauen aller Altersgruppen und aller möglichen Erstberufe mit viel Erfahrungsschatz sind. Ich bin sicherlich eine der Jüngsten, aber das Gleichwicht zwischen unter- und über-30-Jährigen ist gegeben. Mit einer Kanadierin in meinem Alter hab ich mich besonders angefreundet. Sie ist eine von den fast 50 %, die Kunstpädagogik studiert haben. Viele sind in erster Instanz auch Künstler, andere kommen mehr aus dem medizinischen/pflegerischen Bereich. Um in Zahlen zu sprechen: wir sind der größte Jahrgang ever. Fast 40 Leute, sodass das gemütlich-baufällige Cottage schon an seine Grenzen kommt, was für einige direkt Grund war sich bei der Uni zu beschweren (ok, wir bezahlen alle sehr hohe Studiengebühren), aber sollten wir in ein anderes, "anständiges" Gebäude umgetopft werden, dann können wir wahrscheinlich nicht mehr so sorglos einfach drauflosmalen. Diese Räume sind super, weil man dort überall werkeln, kleckern, matschen darf - was nunmal für Kunsttherapie äußerst wichtig ist. Außerdem haben wir eine kleine Teeküche mit alten Teetassen, Kaffee, Tee, Keksen, Mikrowelle (fürs Mittagessen, weil Mensa kennt man in Australien nicht - Marktlücke!!). In der Hinsicht sind wir schon privilegiert gegenüber den anderen Studenten auf dem Campus. Nunja, jetzt ziehe ich euch direkt in die alltäglichen Debatten mit rein. Es geht jedenfalls bunt her und ist noch längst nicht in "geraden Bahnen". Aber vermutlich haftet es solchen Therapeuten auch an, dass Dikussionen nie zu Ende sind :-)
Jetzt über Ostern hab ich noch eine Arbeit fertig zu schreiben, drum will ich mich auch gleich dransetzen. Allerdings sind seit Montag Mutti, Paps, Susi und Philipp für eine Woche zu Besuch und natürlich geht Familienzirkus vor. Während sie heute am Strand in der Sonne braten will ich wenigstens den Anfang meiner Arbeit tippen. Drum wünschen Basti und ich euch allen jetzt schon
Wir diskutieren derweile in unserer kleinen, schrägen Holzhütte am Ende des Campusgeländes zwischen Kühen und Weiden über die Wirkung von Kunst, kulturelle und historische Einflüsse auf die Entwicklung der Kunst-Psychotherapie, den Beitrag der Aboriginees hier in Australien zu diesem Thema, die Vielfalt der Expressiven Therapien (Drama, Kunst, Musik, Poesie, Tanz, Bewegung, Spiel) oder die Schwierigkeiten von interdisziplinären Teams in medizinischen, pädagogischen, gemeinnützigen oder künstlerischen Arbeitsfeldern. Das Arbeitspensum, das wir zu leisten haben ist riesig!! So viel hatte ich nicht erwartet. Und das liegt nicht nur daran, dass ich natürlich stellenweise immer noch mit der englischen Sprache hadere (v.a. wenns um therapeutische Fachausdrücke geht), sondern daran, dass die drei Kurse, die ich dieses Semester belege, extrem weitläufige Themengebiete abhandeln. Ich bin so froh, dass ich durch mein Studium in Köln vieles davon schon gehört und kennengelernt habe. Dadurch finde ich meistens inhaltlich schnell Anschluss an mein Wissen. Die meisten anderen aber haben weniger Hintergrund, dafür sehr viel mehr Berufserfahrung als ich und können entsprechend reichhaltig aus der Praxis berichten. So gibt es immer lebhafte Diskussionen auf dem Campus und ellenlange Lesequellen für zu hause. Daneben gilt es 11 Leistungsnachweise vorzubereiten: das sind Hausarbeiten, Gruppenarbeiten, kreative Präsentationen, künstlerisches Tagebuch, Paper und Proposals.
Der Sprung ins kalte Wasser fand also direkt in der ersten Woche statt und seither schwimme ich mich warm. Zum Glück, ich kann es nur immer wieder dankbar betonen, kenne ich mich in diesem "Gewässer" schon ein bischen aus. Und obwohl ich mich anfangs etwas überfordert gefühlt habe, der Sog ist da. Jeder muss nun in kurzer Zeit (das Semester hat halt nur 14 Wochen) da durch und Fristen sind hier unbedingt einzuhalten. Ebenso Wortbeschränkungen für schriftliche Arbeiten - was mir völlig neu ist.
ABER ES MACHT SPAAASSSS!! Und das Tollste: es ist super angewandt/praxisnah. Meine Erwartungen, was das betrifft, sind jetzt schon erfüllt. In Köln hat mir der Bezug immer etwas gefehlt...und wie will man später Auge-in-Auge mit Menschen arbeiten,wenn man gewisse, v.a. problematische Situationen, nicht vorher durchgespielt und mit anderen bearbeitet hat?! Der große Vorteil dieses Kurses ist, dass wir Frauen aller Altersgruppen und aller möglichen Erstberufe mit viel Erfahrungsschatz sind. Ich bin sicherlich eine der Jüngsten, aber das Gleichwicht zwischen unter- und über-30-Jährigen ist gegeben. Mit einer Kanadierin in meinem Alter hab ich mich besonders angefreundet. Sie ist eine von den fast 50 %, die Kunstpädagogik studiert haben. Viele sind in erster Instanz auch Künstler, andere kommen mehr aus dem medizinischen/pflegerischen Bereich. Um in Zahlen zu sprechen: wir sind der größte Jahrgang ever. Fast 40 Leute, sodass das gemütlich-baufällige Cottage schon an seine Grenzen kommt, was für einige direkt Grund war sich bei der Uni zu beschweren (ok, wir bezahlen alle sehr hohe Studiengebühren), aber sollten wir in ein anderes, "anständiges" Gebäude umgetopft werden, dann können wir wahrscheinlich nicht mehr so sorglos einfach drauflosmalen. Diese Räume sind super, weil man dort überall werkeln, kleckern, matschen darf - was nunmal für Kunsttherapie äußerst wichtig ist. Außerdem haben wir eine kleine Teeküche mit alten Teetassen, Kaffee, Tee, Keksen, Mikrowelle (fürs Mittagessen, weil Mensa kennt man in Australien nicht - Marktlücke!!). In der Hinsicht sind wir schon privilegiert gegenüber den anderen Studenten auf dem Campus. Nunja, jetzt ziehe ich euch direkt in die alltäglichen Debatten mit rein. Es geht jedenfalls bunt her und ist noch längst nicht in "geraden Bahnen". Aber vermutlich haftet es solchen Therapeuten auch an, dass Dikussionen nie zu Ende sind :-)
Jetzt über Ostern hab ich noch eine Arbeit fertig zu schreiben, drum will ich mich auch gleich dransetzen. Allerdings sind seit Montag Mutti, Paps, Susi und Philipp für eine Woche zu Besuch und natürlich geht Familienzirkus vor. Während sie heute am Strand in der Sonne braten will ich wenigstens den Anfang meiner Arbeit tippen. Drum wünschen Basti und ich euch allen jetzt schon


1 comment:
dat Uschi aus Kölle
Liebe Juliane,
ich habe ein schlechtes Gewissen....
Auch nachträglich wünsche ich dir alles, alles Liebe und Gute zum Geburtstag!!!
War gerade mit Christian brunchen und er wies mich auf deinen Geburtstag hin. Wieso du noch nicht bei mir im Buch stehst, weiß ich auch nicht. Habe es direkt eingetragen und bin nun für die nächsten Jahre "gerüstet".
Nochmals sorry!!!
Ist ja toll, dass mit deinem Studium. Herzlichen Glückwunsch.
Wenn du in Deutschland bist, musst du mir "den Einfluss der Kunst-Psychotherapie" mal erklären. Weißt ja warum.
Nun noch liebe Grüße an Sebastian.
JUCHHHUUUUHHHHHHHHHHHH
Köln und Jena gewonnen!!!!!!!!
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