Sunday, 6 February 2011

Heiße Zeiten



... stehen an in und um Sydney. Während Queensland sich vor Wassermassen und Sturmwarnungen nicht zu retten weiß, erlebt New South Wales Temperaturwellen, die es sonst nur im Zentrum oder Westaustralien gibt. Gut, ein paar heiße Tage im Januar kommen schonmal vor sagen uns die Sydneysider. Aber nächtliche "Abkühlung" auf 28 Grad und Tageshitze von bis zu 42 Grad im Westen lassen die eh schon hohen Energierechnungen weiter explodieren. Da komm ich selbst mit meinem deutschen schlechten Gewissen bezüglich Klimaanlagen in Gewissenskonflikte, denn spätestens ab 7 Uhr morgens glüht mein Schlafzimmer und zwingt mich aus den Federn nach einer Nacht endloser Diskussionen mit den streit- und beißsüchtigen Mossies.

Wer kann rettet sich in einen Pool oder in klimatisierte Arbeitsplätze. Wer den Luxus nicht hat flüchtet in eines der zahlreichen (über-ge-)kühlten Einkaufszentren. Und auch Kino steht groß im Rennen. So hab ich meinen ersten Tag als Strohwitwe gestern ein paar Stunden mit hunderten Kindern im Freibad verbracht und anschließend mit meiner kleinen Freundin Jolina einen 3D Walt Disney Film gesehen, hinterher noch ein Schaufensterbummel und anschließend zu hause doch der Klimaanlage einen Arbeitsauftrag erteilt. Heute gibts das gleiche Spiel in umgekehrter Reihenfolge ;-)

Derweile gewöhnt sich Basti in Amsterdam an wesentlich mildere Temperaturen von um die 10 Grad. Er ist dort gestern gut angekommen, hat seine neuen Kollegen/Mitazubis kennen gelernt und darf heute sein Jetlag ausschlafen, bevor morgen sein 7-wöchiges Training losgeht. Vielleicht findet er mal Zeit einen kurzen Bericht für uns hier zu lassen. Aber erst mal heißt es Büffeln Büffeln Büffeln.


Noch vor seinem Start ins Berufsleben haben wir uns ein paar Tage zusammen auf den Weg gen Nord-Westen gemacht, um die letzten freien Tage zusammen zu verbringen. Zumal ich ja einen hartnäckigen Virus auskurieren musste und 10 Tage krank geschrieben war. In Anbetracht dieses Umstands und der Hitze-Tatsachen haben wir die Idee Zelten zu gehen dann doch schnell verworfen und uns in hübschen Bed&Breakfast Unterkünften eingemietet. Hier ein paar fotografische Eindrücke unserer kleinen Reise ins Hinterland. Also Mittwoch bis Sonntag im kleinen roten Flitzer von Sydney durch die Blue Mountains in die Weinregion Mudgee und weiter entlang der ehemaligen "GoldgräberRoute" über Gulgong durch das Obere Hunter Valley zurück nach Sydney.




Blue Mountains Weite und Tiefe Bestaunen am Govetts Leap Lookout


dann die Blauen Berge hinter uns lassen auf dem Weg ins Hinterland


Einöde an Staudämmen, die nach relativ viel Regen im Dezember gut gefüllt sind


alles grünt rund um Mudgee




das "Zentrum" von Mudgee (8500 Seelen Städtchen), the War Memorial Clock Tower


war wohl grad Saison für Stabinsekten. Dieses hier war gut 15 cm lang




ein bischen Truman-Show-Charakter hat das Städtchen. Alles sieht picobello aus


die Stadt hat verhältnismäßig historische Wurzeln zurück bis 1821






die Region um Mudgee ist bekannt für ihre vielseitigen Produkte:
Viehzucht, Weinanbau, Feigen, Oliven, Alpaca-Wolle, Honig, Obst, Gemüse, Fleisch
früher v.a. Minenarbeit und Goldgräber-Vergangenheit


und dann wiederum sieht man meilenweit nur Gegend. Genug Objekt für Bastis Linse




an einem brennend heißen Tag auf dem Weg zu einem Stausee mit Kanuverleih






Schulferien sind vorbei. Der Campingplatz ist leer. Wir haben den gesamten Stausee für uns


Achja, noch ein lokales Produkt: Bier. Die örtliche Brauerei hat nicht nur preisgekröntes Bier (wie wir lesen - nicht kosten),
sondern auch nette Atmospäre mit Live Musik








Goldgräberstädtchen Gulgong wie ausgestorben. Der Hauptteil des Ortes besteht aus alten Geschäftsfronten,
hinter denen sich das Pionier Museum verbirgt. Durchaus sehenswert mit tausenden Exponaten von 1850 bis heute.









das Ten-Dollar-Hotel (ein Pub) im Charme alter Zeiten. Es war auf der ersten Version der australischen 10-Dollar-Note abgebildet -
zusammen mit Henry Lawson, einem der bekanntesten australischen Kolonialzeit-Schriftsteller und Poeten aus der Gegend


Quelle: http://www.rba.gov.au/Museum/Displays/_Images/1960_1988/lawson_10_dollar_back_big.jpg






passt in die Ära, ist aber ein Pie Shop in Denman/Hunter Valley


da die Hauptsaison gerade vorbei ist hatten wir gute Auswahl an hübschen Unterkünften






Die einzige Wanderung, die wir unternommen haben, war ein Spaziergang entlang eines Flusses du dieser Schlucht, "the drip" genannt.











Soviel zu unserem Kurzurlaub außerhalb von Sydney. Es ist wieder Alltag dran, bis wir vielleicht einen Osterausflug machen können. Erst mal dürft ihr Basti Daumen drücken, dass er beim Training in Amsterdam und Chicago gut abschneidet und hinterher hier in Sydney seine Zulassungsprüfung besteht.
Viele Grüße von Stohwitwane :-)

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