Einige weitere, ungewohnte Dinge sind mir in den letzten Tagen verstärkt aufgefallen.
- Australier sind recht unverbindlich: wenn man eine Lieferung oder einen Handwerker erwartet, darf man sich am besten auf keine Uhrzeit einstellen. Viel besser: einen Tag Urlaub nehmen, ausschlafen, den Tag verplempern und mit etwas Glück gegen Nachmittag einen Anruf entgegen nehmen, der einen von Gefühlen der Ungewissheit erlöst. Der zeitlichen Angabe der Lieferanten füge man großzügig eine weitere Stunde Warten hinzu und freue sich, wenn gegen Abend die gewünschte Ladung eintrifft. WENN... Man hat den Eindruck, als sei es selbstverständlich, dass jemand den ganzen Tag zu hause ist. Zufällig trifft es sich, dass ich momentan recht viel Zeit zu hause verbringen, aber eben auch nicht ganze Tage. Man muss mal zur Post, will sich zum Mittagessen treffen oder Einkäufe erledigen. Eine Haushälterin haben wir nicht. Aber klar: "No worries!"
- Plastiktüten wohin man blickt. Nicht, dass die Stadt großartig verdreckt wäre. Aber in jedem Laden bekommt man für das noch so kleinste Bonbon eine Plastiktüte geschenkt. Die großen Supermarktketten verkaufen zwar auch ihre "Go Green Bag", eine stabile bunte Einkaufstasche, zum m e h r m a l i g e n Benutzen, aber die müsste man ja immer mitnehmen. Und nein, dann sind sie so grell bunt und irgendwie uncool. Also ehrlich, wir sind in Deutschland schon ziemlich weit, wenn wir darauf verzichten, für einen Labello eine Tüte zu nehmen und ihn stattdessen zwischen Handy und Einkaufszettel in unsere Handtasche quetschen. Ich ärgere mich sehr darüber, dass das so automatisiert geschieht. Selten wird man gefragt, es wird einfach selbstverständlich in weiße, blaue oder graue Tüten gepackt, was geht. Bei schweren Dingen muss man natürlich zwei Tüten ineinander packen, damit die 3L-Orangensaft-PLASTIKflasche-mit-Tragehenkel auch ja stabil transportiert werden kann. So viele Schuhe haben wir gar nicht, um alle Tüten - und wir verzichten in den meisten Fällen schon darauf - nochmal sinnvoll anderweitig zu nutzen. Wo fängt Umdenken an? Steht es mir zu, die Kassiererin an der Kasse böse anzuschauen oder sie auf den Grund meines Ärgers aufmerksam zu machen? Einen anderen Boykott, als immer eine große Tasche dabeizuhaben, übe ich noch nicht aus. Aber: Riesen Problem moderner Zeiten!!
- Australier sind recht unverbindlich: wenn man eine Lieferung oder einen Handwerker erwartet, darf man sich am besten auf keine Uhrzeit einstellen. Viel besser: einen Tag Urlaub nehmen, ausschlafen, den Tag verplempern und mit etwas Glück gegen Nachmittag einen Anruf entgegen nehmen, der einen von Gefühlen der Ungewissheit erlöst. Der zeitlichen Angabe der Lieferanten füge man großzügig eine weitere Stunde Warten hinzu und freue sich, wenn gegen Abend die gewünschte Ladung eintrifft. WENN... Man hat den Eindruck, als sei es selbstverständlich, dass jemand den ganzen Tag zu hause ist. Zufällig trifft es sich, dass ich momentan recht viel Zeit zu hause verbringen, aber eben auch nicht ganze Tage. Man muss mal zur Post, will sich zum Mittagessen treffen oder Einkäufe erledigen. Eine Haushälterin haben wir nicht. Aber klar: "No worries!"
- Plastiktüten wohin man blickt. Nicht, dass die Stadt großartig verdreckt wäre. Aber in jedem Laden bekommt man für das noch so kleinste Bonbon eine Plastiktüte geschenkt. Die großen Supermarktketten verkaufen zwar auch ihre "Go Green Bag", eine stabile bunte Einkaufstasche, zum m e h r m a l i g e n Benutzen, aber die müsste man ja immer mitnehmen. Und nein, dann sind sie so grell bunt und irgendwie uncool. Also ehrlich, wir sind in Deutschland schon ziemlich weit, wenn wir darauf verzichten, für einen Labello eine Tüte zu nehmen und ihn stattdessen zwischen Handy und Einkaufszettel in unsere Handtasche quetschen. Ich ärgere mich sehr darüber, dass das so automatisiert geschieht. Selten wird man gefragt, es wird einfach selbstverständlich in weiße, blaue oder graue Tüten gepackt, was geht. Bei schweren Dingen muss man natürlich zwei Tüten ineinander packen, damit die 3L-Orangensaft-PLASTIKflasche-mit-Tragehenkel auch ja stabil transportiert werden kann. So viele Schuhe haben wir gar nicht, um alle Tüten - und wir verzichten in den meisten Fällen schon darauf - nochmal sinnvoll anderweitig zu nutzen. Wo fängt Umdenken an? Steht es mir zu, die Kassiererin an der Kasse böse anzuschauen oder sie auf den Grund meines Ärgers aufmerksam zu machen? Einen anderen Boykott, als immer eine große Tasche dabeizuhaben, übe ich noch nicht aus. Aber: Riesen Problem moderner Zeiten!!
- Das bringt mich auf eine andere Beobachtung. Komischerweise, also trotz des scheinbar größeren Müllvolumens, gibt es in der Stadt, in Parks, auf öffentlichen Plätzen, in Einkaufszentren oder an Haltestellen kaum Mülleimer. Sind die Sydneyaner so bedacht und nehmen ihre Verpackungen mit nach hause? Oder beschäftigt die Stadt eine immens große Anzahl von Leuten, die alles sauber halten? Ich weiß es nicht. Es ist nur recht unangenehm, seine Bananenschale ewig lange mit sich herumzutragen...
- Schön kurios ist, dass man Leitungswasser hier problemlos trinken kann. Hey, wer eine zeitlang in Köln-West gewohnt hat, für den ist das nicht selbstverständlich. Es ist direkt genießbar und erspart teure und schwere Wasser-Einkäufe. So wundert es nicht, dass man in jedem Restaurant zum Essen umsonst Leitungswasser erhält. Und noch eine gute Nachricht: kaum Chlor und Kalk!! Besonders beim Dusche-Putzen macht sich das enorm bemerkbar :-)
- Und zuletzt muss ich einen technischen Fortschritt loben, den man in Deutschland auch einführen sollte: beim Bezahlen mit Bankkarte in einem Laden wird man immer nach "Cash Out" gefragt. D.h. zusätzlich zum fälligen Betrag für einen Einkauf kann man sich Bargeld auszahlen lassen, das über die Karte einfach mit vom Konto abgebucht wird. Das Erspart oft den Weg zum Bankautomaten!
Soviel für heute. Ich sammle weiter Ungewohntes.
Eure Beobachterane
- Schön kurios ist, dass man Leitungswasser hier problemlos trinken kann. Hey, wer eine zeitlang in Köln-West gewohnt hat, für den ist das nicht selbstverständlich. Es ist direkt genießbar und erspart teure und schwere Wasser-Einkäufe. So wundert es nicht, dass man in jedem Restaurant zum Essen umsonst Leitungswasser erhält. Und noch eine gute Nachricht: kaum Chlor und Kalk!! Besonders beim Dusche-Putzen macht sich das enorm bemerkbar :-)
- Und zuletzt muss ich einen technischen Fortschritt loben, den man in Deutschland auch einführen sollte: beim Bezahlen mit Bankkarte in einem Laden wird man immer nach "Cash Out" gefragt. D.h. zusätzlich zum fälligen Betrag für einen Einkauf kann man sich Bargeld auszahlen lassen, das über die Karte einfach mit vom Konto abgebucht wird. Das Erspart oft den Weg zum Bankautomaten!
Soviel für heute. Ich sammle weiter Ungewohntes.
Eure Beobachterane

1 comment:
Je weiter ich lese, merke ich immer mehr, dass Deutschland gar nicht so übel ist.
Leider muss ich aber sagen, trotz Mülleimer in der Stadt, sieht Köln - sagen wir mal - dreckig aus.Ist schon schade.
Das man bei euch im Supermarkt Geld bekommen kann, das ist schon kurios. Ich denke in Deutschland wird das nicht eingeführt, da viele das ausnutzen würden, die ihr Konto überzogen haben. Die Geschäftsleute würden dann oft die Schulden einklagen müssen.
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