Sunday, 28 October 2007

Radeln wie's die Polizei erlaubt ...

Moin nach Deutschland! Da die Ane sich vor allem mit dem Ideen ausbrueten fuer ihre Kinderchen beschaeftigt und ausserdem erst hunderte Bilder formatieren, drehen, resizen und farblich anpassen will (fuer ihren naechsten post), moechte ich kurz ueber ein kleines Kriminalstueck hier bei uns berichten. So trug es sich zu im Hause Roebel-Hermann im Oktober anno 2007 ...

Es geschah eines Morgens - es war mal wieder Dienstag und jeder weiss, dass der Dienstag der schwierigste Tag zum aufstehen ist: man traeumt noch vom Strand des letzten Wochenendes, der Elan des Montags ist schon wieder so schnell verflogen wie er gekommen war, und der Grossteil der Woche liegt noch vor einem. In dieser Gefuehlslage sass ich, unser Mitbewohner Markus hatte sich gerade verabschiedet, verschlafen am Fruehstueckstisch, als eben jener ueberraschend wieder in der Tuer erschien und mir nach kurzer Rueckversicherung, dass ich nicht ueber magische Kraefte verfuege und unsere Fahrraeder getarnt haette, verkuendete: "Dann sin' se weg!" Das bezog sich auf die angesprochenen "push-bikes" (wie Fahrraeder auf australianisch heissen) und nach genauerem Nachfragen ergab sich, dass Markus und mein Rad ueber Nacht die Flucht ergriffen hatten. Schon wieder! Hatte ich nicht zuletzt vor gut einem halben Jahr nur durch irgendeine glueckliche Fuegung und mit Hilfe uebernatuerlicher Maechte mein in der Uni entwendetes Fahrrad von der Polizei wieder beschafft bekommen? Und das sollte nun wieder passiert sein ... !? Also, zunaechst einmal wurde der Tatort in der "Security Garage" unten in unserem Appartmentblock begutachtet. Zu unserer Ueberraschung hatten die Taeter (da unsere Raeder bisher nicht durch uebermaessige Eigeninitiative aufgefallen waren, schlossen wir dass es sich um eine Entfuehrung handeln musste) nur zwei der abgestellten drei Fahrraeder mitgenommen. Die Ane hatte also Glueck gehabt. Wieviel genau erschloss sich bei genauerem Hinsehen: ihr Schloss war halb durchtrennt und wahrscheinlich war sie nur deshalb davongegkommen, weil die Diebe in ihrem Tun gestoert wurden. Desweiteren war verwunderlich, dass die beiden superschicken Rennraeder 5 Meter nebenan ebenfalls noch vor Ort waren ... das muss wohl an der fetten Kette gelegen haben, mit der sie gesichert waren. Die legen wir uns jetzt wohl auch zu ...


Die Spurensicherung (das waren wir) hat dann das halb durchtrennte Schloss von Julianes Rad sichergestellt und anschliessend ihr Fahrrad in die letzte Ecke unserer Terasse geparkt (damit auch ja keiner mehr unsere tollen Rennmaschinen draussen sehen kann). Danach wurde der Polizei Bericht erstattet (ich kannte ja diese ganze Prozedur schon aus dem Februar) und mit wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen ging der Rest des Tages rum. Allerdings wurde ich auch wieder aufgemuntert, weil meine Schulfreundin Cora mit ihrem Freund Mirko in ihrem Urlaub an der Westkueste in und um Perth fuer 5 Tage einen Abstecher nach Sydney machten (dazu mehr in einem spaeteren Bericht mit den oben schon angekuendigten Bildern).

Das letzte Mal dauerte es 6 Wochen bis die Polizei mir am 1. April (kein Scherz) mein Fahrrad wiedergeben konnte. Diesmal liessen sie sich nicht so lange bitten: Am naechsten Tag bekam ich einen Anruf von der Polizeiwache in Newtown, dass sie mein Fahrrad gefunden haetten und ich es abholen koennte. HALLO!? Geht das hier immer so? Sind Fahrraeder in Sydney so selten, dass man die paar die es gibt schon ihren wahren Besitzern zuordnen kann und jeder, der ein gestohlenes faehrt, direkt erkannt wird? Oder sind die Polizisten hier nachts etwa selbst mit Bolzenschneider und allem Equipment unterwegs, entwenden Fahrraeder und geben sie am naechsten Tag stolz zurueck? Kleiner Scherz, ganz so ist es sicher nicht, aber in diesem Zusammenhang muss man es mal sagen: Respekt! Die Polizei hat tatsaechlich den Dieb (oder den Nachbesitzer - zugegeben hat er natuerlich nichts) einen Tag nach der Tat zielsicher erwischt. Einfach angehalten, Sicherheitsnummer am Rahmen ueberprueft und ... Aus die Maus! Recht so! Ich bin begeistert!!! Ihr koennt Euch sicher vorstellen, wie erfreut und erleichtert ich war, denn in Gedanken hatte ich schon Julianes Studiengebuehren fuer mein naechstes Rad verplant ... ;-)

Sie haben dann sogar noch das von uns gefundene und professionell sichergestellte halb durchtrennte Schloss auf fingerprints untersucht - aber vergeblich (und es waren wirklich nur meine und die Fingerabdruecke vom Manager unseres Apartmentblocks nach dem Diebstahl frisch draufgekommen). Wie auch immer: ich hatte ein zweites Mal ein riesiges Glueck und nach der Unterzeichnung eines ausfuehrlichen Statements ueber den Vorfall (im Stile: "I gave no permission to anyone to take my bike!") konnte ich es wieder in Empfang nehmen.

In diesem Sinne wuensche ich Euch eine frohe und GLUECKliche Woche,





der Gluecksbasti (hier mit der Namensgeberin Ane)

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