... gabs vor Weihnachten in meinem Kindergarten zu sehen. Alle 50 Kinder haben sich mächtig angestrengt, um vor Eltern, Großeltern und Freunden ihre Tanzeinlagen mit Schwung zu zeigen. Nunja, niedlich waren v.a. die kleineren und größeren Programm- bzw. Choreografie-Abweichungen. Manche wollten vor lauter Überraschung über die Masse der Zuschauer gar nicht mehr mitmachen und standen wie angewurzelt auf der Bühne, andere drehten völlig auf...leider sind viele Bilder verwackelt - wir mussten wirklich viel lachen :-)
Die Kleinsten sahen in ihren Schlafanzügen mit Engelsflügeln aber auch zu niedlich aus...
Die Kleinsten sahen in ihren Schlafanzügen mit Engelsflügeln aber auch zu niedlich aus...
Das war die Weihnachtsfeier am Ende des Kindergarten-Jahres, bei der auch die nächsten Schulkinder verabschiedet wurden. Ehrungen mit schwarzer Robe und Hut werden hier sehr früh eingeführt:
Natürlich ließ sich auch Santa Claus blicken und verteilte Geschenke an alle Wichtel.
Das alles fand bei sehr heißen Temperaturen an einem Freitag nachmittag im Hof des Kindergartens statt und war ein riesen Ereignis für alle Beteiligten. Die Kinder hatten schon Wochen vorher mit Üben begonnen und trällerten auch in der darauffolgenden Woche noch oft die gelernten Weihnachtslieder vor sich hin. Insbesondere das Lied "Santa Claus is coming to town", das wir euch auch im Adventskalender vorgestellt haben, wurde zu einem echten Ohrwurm für Basti und mich.
Ich habe ja insgesamt erst 8 Wochen dort mitgearbeitet und bei meinen 2 bis 3 Einsätzen pro Woche versucht, das Konzept der privaten Einrichtung auszumachen. Da es nur 3 fest angestellte "Teacher" gibt, dazu 1 Haushaltskraft und 3 Aushilfen (inklusive mir) war Namenlernen (abgesehen von den 50 Kindernnamen) nicht so schwer. Und da ich immer spontan in verschiedenen Situationen gebraucht wurde, habe ich alle 3 Gruppen kennen gelernt: die ganz Kleinen (2-3-Jährigen), die Mittleren (3-4-Jährigen) und die Großen (4-5-Jährigen). Alles sehr aufgeweckte Zwerge, deren Entwicklung teilweise sehr unterschiedlich ausfiel. Ich habe die Zeit v.a. genutzt, um dies zu beobachten und ein Gefühl für Entwicklungsschritte in verschiedenen Altersstufen sowie die damit verbundenen Bedürfnisse der Kinder zu bekommen. Leider war es nicht so einfach, ein Projekt über einen längeren Zeitraum anzusetzen und einzuführen, da ich nicht regelmäßig gebraucht wurde und an verschiedenen Tagen der Woche verschiedene Kinder um mich hatte. Auch gab es von Seiten der anderen Pädagoginnen laufende Projekte, die nebenbei angeboten wurden. Dies alles machte es etwas undurchsichtig für mich, zu erkennen, nach welcher Philosophie der Kindergarten arbeitete. Zum Glück wurde kurz nachdem ich begonnen hatte, eine kostenlose Fortbildung in "Emergent Curriculum" angeboten, zu der alle Angestellten mitgehen konnten. Gefragt hatte mich keiner, man ging nicht davon aus, dass Aushilfen sich für sowas interessierten - in Teambesprechungen wurde ich auch nicht einbezogen - aber ich fand den Anmeldezettel und wurde auch ohne Probleme mitgenommen. Zwar war der Abend eher eine Werbeveranstaltung eines Typen, der viele Bücher und Filme im Bereich Emergent Curriculum entwickelt hat, aber einige Übungen haben mir eine Idee vermittelt von dem Ansatz, den meine Vorgesetzte (21-Jährige Tochter des offiziellen Managers der Einrichtung) gerne in ihrem Kindergarten verwirklicht sehen möchte. Ich habe nach einigen Recherchen viele Parallelen zur Reggio-Pädagogik entdeckt und finde den Ansatz selbst sehr spannend. Im Alltag erscheint er aber leider zu idealistisch und konstruktivistisch. Dennoch, die Grundidee: von den Fähigkeiten und Interessen des Kindes ausgehend Erfahrungsfelder zu schaffen, viel Hinhören und eine gemeinsame Erforschung einer Frage anbieten, sowie geeignete Erweiterungsmöglichkeiten für ein Thema schaffen, aber nicht erzwingen oder vorschreiben, klingt erst einmal sehr modern und an den jetzigen Stand der Lernforschung angepasst. Eigene Interessen und Faszinationen des Kindes bieten den besten Anreiz, um ein Thema und verwandte Themen zu erkunden. Der Pädagoge ist dabei eher Begleiter als Anleiter. Die Idee ist freilich nicht neu und man hebt sich von Reggion-Pädagogik ab, aber dennoch ist die Umsetzung für viele Einrichtungen nach traditionelleren Methoden ein großes Fragezeichen. Immerhin gibt es Routinen und Essenszeiten, die nicht einfach verschoben werden wollen. Auch können Ideen der Pädagoginnen neue Lernbewegungen der Kinder anstoßen, auch wenn Themen damit in gewisser Weise vorgegeben werden. Es gibt Vor- und Nachteile, das habe ich allein in unserer sehr kleinen Einrichtung schon sehen können.
Aber was mache ich genau? Das habe ich noch nicht beantwortet. Nun, meistens fange ich nach dem Mittagessen mit meiner Schicht an und erledige erst ein paar Aufräum- und Putzarbeiten, währenddessen schlafen die Kinder oder haben Ruhezeit. Es läuft Entspannungsmusik und ich geb mir Mühe nicht zu laut mit dem Abwasch zu klappern :-).
Danach werden die Kinder langsam wach und ich beschäftige die müde oder auch schon wieder aufgekratzte Meute, während alle einer nach dem andern durchs Bad muss. Dann Sonnencreme verteilen und Hüte suchen, danach spielen die Kinder gewöhnlich den ganzen Nachmittag im Freien im Hof. Dort kann ich entweder das Spiel der Kinder beobachten, mich mit einklinken oder ein kreatives Angebot machen. Malen tun die meisten Kinder sehr gern und oft entwickeln sie eine (recht matschige) Technik, die dann mit jedem Blatt verfeinert wird. Zum Glück haben die Kids viel Matsch- und Experimentierfreiheit - schließlich kann der Regen fast alles wieder wegwaschen. Mir macht es riesen Spaß die Kinder mit Material zu versorgen und ihre Ideen zu beobachten. Dazwischen gibts den ein oder anderen Streit anderer Kinder zu schlichten, ans Hut-Aufsetzen zu erinnern, Wasser zu verteilen und Unfälle zu heilen. Irgendwann steht natürlich Aufräumen an, zwischendurch gibts Picnic auf Decken mit Muffins oder Pizza und Obst. Bei Regen wird drinnen gespielt.
Am Anfang habe ich mit den Kindern ein Fühl-Memory gebastelt, später haben wir mit Nudeln, Reis, Ästen und Mehl ein interessantes Relief auf Leinwand kreiert, das später mit Farbtropfen eingefärbt wurde. Ich geb den Kindern, im Gegensatz zu einer der anderen Pädagoginnen keine Formen oder Farben vor. Beim Plätzchenbacken vor Weihnachten konnte ich allerdings nicht ganz so freie Hand lassen ;-) Es ist immer ein Fragezeichen, was der Tag bringen wird und ich musste mich an diese Ungewissheit und Offenheit erst gewöhnen. Jetzt traue ich mir aber mehr zu und freue mich auf die Arbeit, ihre Überraschungen. Zu den Kindern habe ich auch einen guten Draht, komme trotz meiner etwas "schüchternen" oder sagen wir milden Art gut durch, aber auf Dauer wäre es kein Beruf für mich, soviel steht fest.
Die Arbeit mir kleinen Gruppen oder einzelnen Kindern empfinde ich immer noch am spannendsten, habe das Gefühl, dass ich dort besser aufgehoben bin. Die Kinder können dann auch persönliche Dinge besser loswerden - ab und an ergab sich so eine Arbeit schon - und ich kann individueller reagieren. So freue ich mich umso mehr aufs Studium und unsere viele praktische Arbeit, die ich gerne im Kinderkrankenhaus leisten möchte.
Jetzt stehen mir noch 3 Wochen mit den Kindern bevor, der Abschied wird sicher traurig, weil man sie doch schnell ins Herz schließt, alle Mollys, Leams, Mias, Charlottes, Dylans, Lilys und Noahs. Bis Ende Januar aber findet ihr mich noch hier:
Ich habe ja insgesamt erst 8 Wochen dort mitgearbeitet und bei meinen 2 bis 3 Einsätzen pro Woche versucht, das Konzept der privaten Einrichtung auszumachen. Da es nur 3 fest angestellte "Teacher" gibt, dazu 1 Haushaltskraft und 3 Aushilfen (inklusive mir) war Namenlernen (abgesehen von den 50 Kindernnamen) nicht so schwer. Und da ich immer spontan in verschiedenen Situationen gebraucht wurde, habe ich alle 3 Gruppen kennen gelernt: die ganz Kleinen (2-3-Jährigen), die Mittleren (3-4-Jährigen) und die Großen (4-5-Jährigen). Alles sehr aufgeweckte Zwerge, deren Entwicklung teilweise sehr unterschiedlich ausfiel. Ich habe die Zeit v.a. genutzt, um dies zu beobachten und ein Gefühl für Entwicklungsschritte in verschiedenen Altersstufen sowie die damit verbundenen Bedürfnisse der Kinder zu bekommen. Leider war es nicht so einfach, ein Projekt über einen längeren Zeitraum anzusetzen und einzuführen, da ich nicht regelmäßig gebraucht wurde und an verschiedenen Tagen der Woche verschiedene Kinder um mich hatte. Auch gab es von Seiten der anderen Pädagoginnen laufende Projekte, die nebenbei angeboten wurden. Dies alles machte es etwas undurchsichtig für mich, zu erkennen, nach welcher Philosophie der Kindergarten arbeitete. Zum Glück wurde kurz nachdem ich begonnen hatte, eine kostenlose Fortbildung in "Emergent Curriculum" angeboten, zu der alle Angestellten mitgehen konnten. Gefragt hatte mich keiner, man ging nicht davon aus, dass Aushilfen sich für sowas interessierten - in Teambesprechungen wurde ich auch nicht einbezogen - aber ich fand den Anmeldezettel und wurde auch ohne Probleme mitgenommen. Zwar war der Abend eher eine Werbeveranstaltung eines Typen, der viele Bücher und Filme im Bereich Emergent Curriculum entwickelt hat, aber einige Übungen haben mir eine Idee vermittelt von dem Ansatz, den meine Vorgesetzte (21-Jährige Tochter des offiziellen Managers der Einrichtung) gerne in ihrem Kindergarten verwirklicht sehen möchte. Ich habe nach einigen Recherchen viele Parallelen zur Reggio-Pädagogik entdeckt und finde den Ansatz selbst sehr spannend. Im Alltag erscheint er aber leider zu idealistisch und konstruktivistisch. Dennoch, die Grundidee: von den Fähigkeiten und Interessen des Kindes ausgehend Erfahrungsfelder zu schaffen, viel Hinhören und eine gemeinsame Erforschung einer Frage anbieten, sowie geeignete Erweiterungsmöglichkeiten für ein Thema schaffen, aber nicht erzwingen oder vorschreiben, klingt erst einmal sehr modern und an den jetzigen Stand der Lernforschung angepasst. Eigene Interessen und Faszinationen des Kindes bieten den besten Anreiz, um ein Thema und verwandte Themen zu erkunden. Der Pädagoge ist dabei eher Begleiter als Anleiter. Die Idee ist freilich nicht neu und man hebt sich von Reggion-Pädagogik ab, aber dennoch ist die Umsetzung für viele Einrichtungen nach traditionelleren Methoden ein großes Fragezeichen. Immerhin gibt es Routinen und Essenszeiten, die nicht einfach verschoben werden wollen. Auch können Ideen der Pädagoginnen neue Lernbewegungen der Kinder anstoßen, auch wenn Themen damit in gewisser Weise vorgegeben werden. Es gibt Vor- und Nachteile, das habe ich allein in unserer sehr kleinen Einrichtung schon sehen können.
Aber was mache ich genau? Das habe ich noch nicht beantwortet. Nun, meistens fange ich nach dem Mittagessen mit meiner Schicht an und erledige erst ein paar Aufräum- und Putzarbeiten, währenddessen schlafen die Kinder oder haben Ruhezeit. Es läuft Entspannungsmusik und ich geb mir Mühe nicht zu laut mit dem Abwasch zu klappern :-).
Danach werden die Kinder langsam wach und ich beschäftige die müde oder auch schon wieder aufgekratzte Meute, während alle einer nach dem andern durchs Bad muss. Dann Sonnencreme verteilen und Hüte suchen, danach spielen die Kinder gewöhnlich den ganzen Nachmittag im Freien im Hof. Dort kann ich entweder das Spiel der Kinder beobachten, mich mit einklinken oder ein kreatives Angebot machen. Malen tun die meisten Kinder sehr gern und oft entwickeln sie eine (recht matschige) Technik, die dann mit jedem Blatt verfeinert wird. Zum Glück haben die Kids viel Matsch- und Experimentierfreiheit - schließlich kann der Regen fast alles wieder wegwaschen. Mir macht es riesen Spaß die Kinder mit Material zu versorgen und ihre Ideen zu beobachten. Dazwischen gibts den ein oder anderen Streit anderer Kinder zu schlichten, ans Hut-Aufsetzen zu erinnern, Wasser zu verteilen und Unfälle zu heilen. Irgendwann steht natürlich Aufräumen an, zwischendurch gibts Picnic auf Decken mit Muffins oder Pizza und Obst. Bei Regen wird drinnen gespielt.
Am Anfang habe ich mit den Kindern ein Fühl-Memory gebastelt, später haben wir mit Nudeln, Reis, Ästen und Mehl ein interessantes Relief auf Leinwand kreiert, das später mit Farbtropfen eingefärbt wurde. Ich geb den Kindern, im Gegensatz zu einer der anderen Pädagoginnen keine Formen oder Farben vor. Beim Plätzchenbacken vor Weihnachten konnte ich allerdings nicht ganz so freie Hand lassen ;-) Es ist immer ein Fragezeichen, was der Tag bringen wird und ich musste mich an diese Ungewissheit und Offenheit erst gewöhnen. Jetzt traue ich mir aber mehr zu und freue mich auf die Arbeit, ihre Überraschungen. Zu den Kindern habe ich auch einen guten Draht, komme trotz meiner etwas "schüchternen" oder sagen wir milden Art gut durch, aber auf Dauer wäre es kein Beruf für mich, soviel steht fest.
Die Arbeit mir kleinen Gruppen oder einzelnen Kindern empfinde ich immer noch am spannendsten, habe das Gefühl, dass ich dort besser aufgehoben bin. Die Kinder können dann auch persönliche Dinge besser loswerden - ab und an ergab sich so eine Arbeit schon - und ich kann individueller reagieren. So freue ich mich umso mehr aufs Studium und unsere viele praktische Arbeit, die ich gerne im Kinderkrankenhaus leisten möchte.
Jetzt stehen mir noch 3 Wochen mit den Kindern bevor, der Abschied wird sicher traurig, weil man sie doch schnell ins Herz schließt, alle Mollys, Leams, Mias, Charlottes, Dylans, Lilys und Noahs. Bis Ende Januar aber findet ihr mich noch hier:

Und danach ist: Holiday Time. Basti und ich planen unsere nächste Reise für Ende Januar/Anfang Februar. Nach ein paar Tagen in Melbourne wollen wir gemütlich die Great Ocean Road nach Adelaide fahren, immerhin auch 1200 Km und uns um Adelaide, auf Känguruh-Island und im Barossa Weingebiet noch etwas umschauen, bevor wir pünktlich zu meinem ersten Uni-Tag am 15. Februar wieder in Sydney landen werden.
Nun seid ihr bestens informiert :-)
Nun seid ihr bestens informiert :-)






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